Küstenjournal: Urlaubermagazin - Region Fischland-Darß-Zingst
www.kuestenjournal.de
fortamedia - Agentur für Marketing und PR
Sten Britt, Zorenappelweg 81, DE-18055 Rostock
Tel.: +49(0) 381 290 64 30, Fax: +49(0) 381 290 64 31
Kunstkaten Ahrenshoop

Die Entdeckung des Paradieses

Wandern und Baden kann man fast überall, aber das Fischland und der Darß liegen „unter der Einwirkung einer Lichtstrahlung …, wie sie sich nur an ganz wenigen Punkten Europas in gleicher Weise findet. Was wir wahrnehmen, das ist ein Farbzauber, der nicht nur das Auge, sondern mehr noch das Herz labt und erquickt“, schrieb Edmund Schroeder in seinem Mecklenburg- Buch.

Die Maler des 19.Jahrhunderts mit ihrem Spürsinn für Licht, Farben und Schönheit der Landschaft, entdeckten als erste die wohltuende Wirkung der Halbinsel. Carl Malchin hatte schon einige Sommer auf dem Fischland gemalt, als ihm 1889 in den Dünen von Ahrenshoop seine Berliner Kollegen Paul Müller – Kaempf und Oskar Frenzel begegneten.

Von Wustrow aus an der Küste entlang gewandert, blickten sie nun „überrascht und entzückt auf dieses Bild des Friedens und der Einsamkeit“, wie Müller-Kaempf später schrieb. Er kam die folgenden Jahre mit Kollegen und Schülern. Sie malten, diskutierten, bauten Häuser und 1909 den „Kunstkaten“, das Wahrzeichen der „Ahrenshooper Künstlerkolonie“. Einheimische wunderten sich um 1895: Da war einer acht Tage im Dorf, der nicht malt. „Wat will hei denn hier, wenn hei nicht malt! Dat is en Spion,“ befürchtete man. Aber es war der erste Badegast!

Vom Paradies der Maler blieben die Legenden, Kunstwerke und der unvergängliche „Farbzauber, der nicht nur das Auge, sondern mehr noch das Herz labt und erquickt“. Die Idee zu einer eigenen Galerie für die in der Künstlerkolonie ansässigen Landschaftsmaler hatten der aus Oldenburg stammende Maler Paul Müller-Kaempff (1861-1941) und sein Kollege Theobald Schorn (1866-1913). Die aufwendigen Transporte der Bilder aus dem abgeschiedenen Ahrenshoop in Ausstellungen der städtischen Kunstvereine und Galerien und das sich parallel entwickelnde Bäderwesen auf dem Fischland und dem Darß waren Gründe dafür.

Anlässlich des Jubiläums werden Arbeiten der Gründergeneration der Künstlerkolonie als auch bedeutende Werke nachfolgender Künstler in einem dreiteiligen Ausstellungszyklus präsentiert.

H. Koch


Paul-Mueller-Keampf „Erinnerungen an Ahrenshoop”,
Heimkehr nach Mecklenburg, Konrad ReichVerlag 1990
Edmund Schroeder, Mein Mecklenburger Land, Schwerin 1961

100 Jahre Kunstkaten Ahrenshoop
Homepage