Küstenjournal: Urlaubermagazin - Region Fischland-Darß-Zingst
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Spuren der Slawen und Holländer

Der Frühling hat Eis und Schnee den Garaus gemacht und die Sonne erweckt Blumen und zartes Grün zum Leben. Beginn derWanderzeit zwischen Meer und Bodden. Noch hat sich das zartgrüne Laub an Sträuchern und Bäumen nicht voll entfaltet. Noch ist Zeit für Entdeckungen, der Blick schweift frei auf die bald hinter dichtem Blätterwerk verborgenen Kostbarkeiten: alte Häuser, Mauern und Denkmale. Ganze Kapitel der Landesgeschichte öffnen sich dem Beobachter. Ortsschilder mit slawischen und deutschen Namen, die Hallenhäuser der einstigen Bauern sowie die Fischer- und Seefahrerhäuser... Z.B. Althagen und Niehagen, das sind der Alte und der Neue „Hagen“, wo bäuerliche Siedler im 13.Jahrhundert Waldflächen gerodet und Häuser gebaut haben. Die Ortsnamen mit der Endung „-hagen“ verraten die Herkunft der
Siedler aus dem Nordwesten des damaligen Reiches (Sachsen, Friesen, Holländer) und ebenso das Hallenhaus, das sie mitbrachten. Diese niederdeutsche Hausform, die an den Dorfstraßen sehr schön zu sehen ist, vereinigte unter seinem hohen Stroh- oder Schilfdach auf einem Balkengerüst Wohnen, Scheune und Stall. Seine eigentlich urtümliche Bauweise mit der gemauerten offenen Feuerstelle im rückwärtigen Teil der Diele (Flett) war auf die Bedürfnisse des Bauern perfekt ausgerichtet: der Rauch des offenen Feuers hielt das während der Ernte durch das hoheTor eingefahrene Stroh und Heu trocken, er vertrieb Schädlinge und räucherte Wurst und Fleisch, im Winter spendete das Vieh zusätzlich Wärme und von der Feuerstelle aus konnte die Bäuerin alles beobachten, was sich auf der Diele und dem Hof davor abspielte.
Über die Jahrhunderte blieb der Grundtyp erhalten. Veränderungen betrafen vor allem die Verbesserung der Wohnqualität. Noch im 19. Jahrhundert entstanden Varianten von Hallenhäusern. Brand- und Bauvorschriften des Großherzogs verboten allerdingsWohnbauten mit Stroh- und Schilfdächern, sie wurden schließlich zu Scheunen fast 100 Jahre später als urgemütliche Wohnhäuser, rustikale Gaststätten oder Kunstgalerien wiederentdeckt.

H. Koch

Die Kunstscheune Barnstorf
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Die mittelalterlichen Gebäude der Hufe IV liegen unmittelbar am Ufer des Saaler Boddens

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